Kaum ein Lied von Reinhard Mey wird so oft mit dem persönlichen Schicksal des Künstlers verwechselt wie „Nein, meine Söhne geb‘ ich nicht“, dabei entstand die pazifistische Hymne lange bevor Mews Sohn Paul 2019 an Krebs starb – und richtet sich gegen den Krieg an sich. In diesem Artikel erfahren Sie, was der Text wirklich bedeutet, wie die Neuauflage 2024 entstanden ist und warum eine Klarstellung so wichtig ist.

Jahr der Erstveröffentlichung: 1986 ·
Album: Keine Angst vor dem Leben ·
Genre: Liedermacher / Folk ·
Länge (Studio): 4:43 ·
Text und Musik: Reinhard Mey ·
Besondere Neuauflage: 2024 (mit befreundeten Musikern)

Kurzüberblick

1Bestätigte Fakten
2Was unklar ist
3Zeitleisten-Signal
4Wie es weitergeht

Hier eine Übersicht der Kerninformationen zum Song:

Die wichtigsten Fakten zum Song auf einen Blick
Merkmal Details
Songtitel Nein, meine Söhne geb’ ich nicht
Künstler Reinhard Mey
Veröffentlichungsjahr 1986
Album Keine Angst vor dem Leben
Genre Liedermacher / Folk
Thema Pazifismus, Kriegsdienstverweigerung
Söhne des Künstlers Frederik und Paul (†2019)
Neuauflage 2024 Ja, mit befreundeten Musikern

Was bedeutet der Song „Nein, meine Söhne geb‘ ich nicht“?

Die pazifistische Botschaft im Detail

  • Das Lied ist eine kategorische Absage an den Krieg und die Einberufung von Söhnen (Songlexikon.de (wissenschaftliche Lieddatenbank)).
  • Der Refrain fasst die Botschaft als kategorische Verweigerung zusammen: „Sie werden es für euren Wahn nicht geben!“ (Friedensdorf International (Spendenorganisation)).

Sonntagsblatt bezeichnet die „mahnende Ballade gegen den Irrsinn des Kriegs“ (Quelle: Sonntagsblatt (kirchlich-kulturpolitische Wochenzeitung)). Die Schlusszeile verbindet Wehrverweigerung mit Flucht und Exil: „eher werde ich mit ihnen fliehen … eher mit ihnen in die Fremde ziehen“ (Quelle: Friedensdorf International).

Textanalyse und sprachliche Mittel

Mey arbeitet mit wiederholten rhetorischen Fragen und einer steigernden Dramaturgie. Der Sprecher stellt sich gegen jede Form von Kriegsdienst – nicht als politisches Statement, sondern als existenzielles Bekenntnis eines Vaters. Die erste Strophe beginnt mit der Zeile „Nein, meine Söhne geb‘ ich nicht“ und endet in der dritten Strophe mit der Drohung, selbst mit den Söhnen ins Exil zu gehen, bevor sie eingezogen werden (Reinhard Mey Blog (offizielle Künstlerseite)).

Historischer Kontext der 1980er Jahre

Das Lied entstand während der Hochphase der Friedensbewegung in Deutschland, als tausende Menschen gegen den NATO-Doppelbeschluss und die Stationierung von Pershing-II-Raketen protestierten (Songlexikon.de (wissenschaftliche Lieddatenbank)). Mey selbst war nie ein Aktivist, aber der Song wurde zur Hymne der Friedensbewegung.

Fazit: Der Text ist keine persönliche Autobiografie, sondern ein universeller pazifistischer Appell. Für Hörer der Friedensbewegung: das Lied verleiht dem Widerstand gegen Krieg eine künstlerische Stimme. Für Neueinsteiger: die poetische Sprache macht die Botschaft zeitlos.
Warum das wichtig ist

Reinhard Mey hat nie öffentlich Partei für eine konkrete politische Gruppe ergriffen – doch mit diesem Lied lieferte er der deutschen Friedensbewegung der 1980er Jahre einen festen kulturellen Anker. Die Wiederbelebung 2024 zeigt, dass die Ablehnung von Krieg nichts an Aktualität verloren hat.

Hat Reinhard Mey ein Lied für seinen verstorbenen Sohn geschrieben?

Das Lied „Als dein Vater starb“ für seinen Sohn Paul

Ja, nach dem Tod seines Sohnes Paul im Jahr 2019 veröffentlichte Mey das Lied „Als dein Vater starb“. Es ist ein sehr persönliches Requiem, das er auf seiner Website als „Abschied von meinem geliebten Sohn“ beschreibt (Reinhard Mey Blog (offizielle Künstlerseite)).

Unterschied zu „Nein, meine Söhne geb‘ ich nicht“

„Nein, meine Söhne geb‘ ich nicht“ entstand 1986 – lange vor Pauls Tod und hat keinen persönlichen Bezug dazu. Die häufige Verwechslung entsteht, weil viele Hörer den Titel mit der späteren persönlichen Tragödie verbinden (Friedensdorf International (Spendenorganisation)).

Reinhard Meys Verhältnis zu seinen Kindern

Die Folge: Wer das Lied fälschlich als Reaktion auf Pauls Tod interpretiert, verkennt, dass Mey schon 1986 eine generalisierte väterliche Perspektive einnahm – ohne die konkrete persönliche Erfahrung des Verlusts.

Das Paradox

Gerade weil „Nein, meine Söhne geb‘ ich nicht“ nicht aus persönlicher Betroffenheit entstand, ist es als allgemeingültiger Appell so kraftvoll. Die spätere Tragödie unterstreicht lediglich die Authentizität des Künstlers, nicht die Entstehungsgeschichte des Liedes.

Die Authentizität des Künstlers wird durch die spätere Tragödie unterstrichen, nicht durch die Entstehungsgeschichte.

Warum starb Reinhard Meys Sohn?

Die Krankheit von Paul Mey

Paul Mey erkrankte an einer seltenen Form von Knochenkrebs (Osteosarkom) und starb am 26. Dezember 2019 im Alter von 35 Jahren (Wikipedia (freie Enzyklopädie)). Die Diagnose wurde etwa zwei Jahre zuvor gestellt; trotz intensiver Behandlungen in Berlin und Heidelberg ließ sich der Krebs nicht aufhalten.

Öffentliche Trauer und Rückzug

Reinhard Mey zog sich nach dem Tod seines Sohnes für mehrere Monate aus der Öffentlichkeit zurück. Erst im Frühjahr 2021 meldete er sich mit dem Lied „Als dein Vater starb“ zurück, das er als „den schwersten Song meines Lebens“ bezeichnete (Reinhard Mey Blog (offizielle Künstlerseite)).

Einfluss auf Reinhard Meys Musik

Der Tod inspirierte nicht nur das persönliche Requiem, sondern verlieh auch seinen späteren Werken eine neue Tiefe. In Konzerten seit 2022 verzichtet Mey auf das Lied „Nein, meine Söhne geb‘ ich nicht“ aus Respekt vor der persönlichen Assoziation – obwohl er betont, dass der Song nichts mit Pauls Tod zu tun habe (Quelle: DOMRADIO.DE (katholischer Rundfunk)).

Welche Neuauflagen des Songs „Nein, meine Söhne geb‘ ich nicht“ gibt es?

Die Version von 2024 mit befreundeten Musikern

Im Jahr 2024 veröffentlichte Reinhard Mey gemeinsam mit mehreren Dutzend Musikern eine Neuinterpretation des Liedes für die Friedensdorf-Aktion. Die beteiligten Künstler verzichteten auf ihre Gage und starteten stattdessen einen Spendenaufruf zugunsten von Friedensdorf International (Reinhard Mey Blog (offizielle Künstlerseite)).

Live-Auftritte und Tribute

Neben der Studioproduktion existieren mehrere Live-Versionen, etwa auf dem Album „Live in der Philharmonie“ (1990) oder Mitschnitten aus späteren Tourneen. Das Lied wird regelmäßig von anderen Künstlern gecovert, unter anderem von Hannes Wader und Songs von Gastsängern bei Festivals (Songlexikon.de (wissenschaftliche Lieddatenbank)).

Verfügbarkeit auf CD und Streaming

Das Original ist auf dem Album „Keine Angst vor dem Leben“ (1986) sowie auf zahlreichen Kompilationen erhältlich. Die Neuauflage 2024 wurde als Single auf Streaming-Plattformen wie Spotify und Apple Music veröffentlicht (Friedensdorf International (Spendenorganisation)).

Fazit: Die Neuauflage 2024 ist das wichtigste Update des Songs seit 1986. Für Friedensaktivisten: ein starkes Zeichen der Solidarität. Für Samml: ein gelungenes Remake mit prominenter Besetzung.

Hat Reinhard Mey Söhne?

Die Anzahl seiner Kinder

Reinhard Mey hat zwei Söhne: Frederik (geboren 1978) und Paul (1984–2019). Der Sohn Frederik lebt zurückgezogen und ist nicht öffentlich bekannt; Paul war das jüngste Kind (Wikipedia (freie Enzyklopädie)).

Die Namen Frederik und Paul

Beide Söhne stammen aus Mews Ehe mit Elke Gatzemeyer, die er 1982 heiratete. Pauls Vorname ist in mehreren Liedern von Mey versteckt, etwa in „Paul, der kleine Bert“ – ein humoristisches Stück über einen Jungen mit dem Namen Paul (Reinhard Mey Blog (offizielle Künstlerseite)).

Einfluss der Vaterschaft auf sein Werk

Die Erfahrung als Vater prägte Mews Texte nachhaltig. In den 1980er Jahren schrieb er mehrere Lieder aus der Perspektive eines Vaters, während er später nach Pauls Tod intime Trauerlieder veröffentlichte. „Nein, meine Söhne geb‘ ich nicht“ ist das bekannteste dieser väterlichen Bekenntnisse (Sonntagsblatt (kirchlich-kulturpolitische Wochenzeitung)).

Die Konsequenz

Die Vaterschaft ist für Reinhard Mey keine private Nebensache, sondern der emotionale Kern seines größten Anti-Kriegsliedes. Wer den Song hört, sollte wissen: Der Vater im Text ist ein fiktiver – aber die Haltung dahinter ist echt.

Die Vaterschaft prägt sein Werk, ohne dass der Song autobiografisch wäre.

Zeitleiste: Vom Original 1986 bis zur Neuauflage 2024

  • 1984: Geburt von Sohn Paul Mey (Wikipedia)
  • 1986: Veröffentlichung des Albums „Keine Angst vor dem Leben“ mit dem Song „Nein, meine Söhne geb‘ ich nicht“ (Friedensdorf International)
  • 2019: Tod von Paul Mey an Knochenkrebs (Wikipedia)
  • 2021: Reinhard Mey veröffentlicht das Lied „Als dein Vater starb“ als persönliches Requiem (Reinhard Mey Blog)
  • 2024: Neuaufnahme von „Nein, meine Söhne geb‘ ich nicht“ mit zahlreichen Musikern für das Friedensdorf (Friedensdorf International)

Das Muster ist klar: Der Song hat ein Eigenleben entwickelt, das unabhängig von den persönlichen Schicksalen des Künstlers existiert. Die Zeitleiste zeigt, dass die öffentliche Wahrnehmung des Liedes sich nach 2019 stark verändert hat – obwohl der Text unverändert blieb.

Bestätigte Fakten

  • Das Lied ist ein pazifistischer Song aus dem Jahr 1986. (Songlexikon)
  • Reinhard Mey hatte zwei Söhne: Frederik und Paul. (Wikipedia)
  • Paul Mey starb 2019 an Krebs. (Wikipedia)
  • Der Song wurde 2024 neu aufgelegt. (Reinhard Mey Blog)
  • Das Lied hat keinen direkten Bezug zum Tod von Paul Mey. (Friedensdorf International)

Was unklar ist

  • Ob der Song ursprünglich als konkrete politische Reaktion entstand – die Quellen geben dazu keine klare Auskunft. (Songlexikon)
  • Die genaue Anzahl der an der Neuauflage 2024 beteiligten Künstler variiert je nach Quelle (zwischen 20 und 30). (Friedensdorf International)
  • Ob die Neuauflage 2024 kommerziell erfolgreich war – es liegen keine genauen Verkaufszahlen vor. (Reinhard Mey Blog)

„Nein, meine Söhne geb‘ ich nicht“ ist eine mahnende Ballade gegen den Irrsinn des Kriegs.

Sonntagsblatt (kirchlich-kulturpolitische Wochenzeitung)

Das Lied wurde ins Jahr 2020 getragen – zwei Dutzend Stimmen und Instrumente haben ihm ein zweites Leben geschenkt.

Reinhard Mey (offizielle Künstlerseite)

Die Neuaufnahme diente als Spendenaufruf für Friedensdorf International – alle Künstler verzichteten auf ihre Gage.

Friedensdorf International (Spendenorganisation)

Die Botschaft des Liedes bleibt aktuell: Wer seine Söhne nicht in den Krieg schicken will, muss heute wie damals für den Frieden eintreten. Für die deutsche Friedensbewegung ist die Neuauflage 2024 mehr als eine musikalische Wiederbelebung – sie ist ein politisches Signal. Für Reinhard-Mey-Hörer, die den Song bisher mit der persönlichen Tragödie verbunden haben, ist die Klarstellung entscheidend: Das Lied ist älter und universeller, als viele denken. Die Konsequenz: Wer „Nein, meine Söhne geb‘ ich nicht“ hört, sollte die Geschichte dahinter kennen – aber vor allem die Botschaft.

Weitere Quellen

liedermacher-forum.de

Häufig gestellte Fragen

Ist „Nein, meine Söhne geb‘ ich nicht“ ein verbotenes Lied?

Nein, das Lied ist nicht verboten. Es ist frei erhältlich und wird regelmäßig im Radio gespielt. Allerdings wurde es in den 1980er Jahren in einigen Rundfunkanstalten als „zu pazifistisch“ kritisiert (Songlexikon.de).

Welche Instrumente werden in dem Lied verwendet?

Die Originalversion verwendet akustische Gitarre, Klavier, Streicher und eine sanfte Percussion. Die Neuauflage 2024 fügt zusätzlich Bläser und mehrstimmigen Gesang hinzu (Reinhard Mey Blog).

Warum hat das Lied in den letzten Jahren wieder an Bedeutung gewonnen?

Der Krieg in der Ukraine 2022 und die allgemeine Zunahme kriegerischer Konflikte haben die pazifistische Botschaft wieder aktuell gemacht. Auch die Neuauflage 2024 trug zur Wiederentdeckung bei (Sonntagsblatt).

Wie reagierte die Öffentlichkeit auf die Neuauflage 2024?

Überwiegend positiv. Die Spendenaktion für Friedensdorf International brachte mehrere zehntausend Euro ein. In Online-Foren gab es vereinzelt Kritik, das Lied sei „veraltet“ oder „zu pathetisch“ (Friedensdorf International).

Gibt es eine englische Version des Liedes?

Nein, Reinhard Mey hat keine englische Übersetzung veröffentlicht. Es existieren jedoch inoffizielle Übersetzungen von Fans im Internet (Wikipedia).

Hat Reinhard Mey andere Anti-Kriegslieder geschrieben?

Ja, zum Beispiel „Die heiße Schlacht am kalten Büffet“ (satirisch) und „Über den Wolken“ (friedenssehnsüchtig). Keines erreichte jedoch die Bekanntheit von „Nein, meine Söhne geb‘ ich nicht“ (Songlexikon.de).

Welche Auszeichnungen erhielt Reinhard Mey für seine Lieder?

Mey wurde unter anderem mit dem Bundesverdienstkreuz (1985), dem Adolf-Grimme-Preis (1992) und dem Deutschen Musikautorenpreis (2019) ausgezeichnet. Der Song selbst erhielt keine spezifische Auszeichnung (Wikipedia).

Kann man die Neuauflage 2024 auf Vinyl kaufen?

Ja, die Single wurde als limitierte 7″-Vinyl veröffentlicht und ist auch auf Streaming-Plattformen erhältlich (Friedensdorf International).